[Rezension] Gen-Tattoo (L. J. Adlington)


Titel: Gen-Tattoo
Originaltitel: The Diary of Pelly D.
Reihe: City Five #1
Autor: L. J. Adlington
Verlag: Carlsen
Veröffentlichung: März 2011
Seiten: 192 Seiten
Kaufen: Amazon | Verlag
Genre: Dystopie, Sci-Fi

Inhalt

Pelly lebt auf dem Planeten »Home for Home« wie im Paradies. Ihr Leben dreht sich nur um Klamotten, Partys und Jungs. Doch das ändert sich, als ein Gen-Tattoo eingeführt wird und man Pelly aufgrund ihrer Gene als »Galrezi« einstuft. Denn eine winzige DNA-Abweichung macht die Galrezi zu perfekten Sündenböcken für die Probleme des Planeten - die plötzlich immer größer werden. Man beginnt sogar, sie zu deportieren. Eines Tages bricht auch Pellys Tagebuch abrupt ab ...

Meine Meinung

Schwierig.

Vorweg muss vielleicht erwähnt sein, dass die Autorin Geschichte unterrichtet und für zeitgeschichtliche Seiten schreibt. Zudem publizierte sie bereits zum Thema des zweiten Weltkrieges. Ich glaube auch gelesen zu haben, dass sie Werke zum Holocaust veröffentlicht hat. Wenn man also behauptet, dass dieses Buch ein wenig an das Tagebuch der Anne Frank erinnert, würde man nicht allzu falsch liegen, da sich die Autorin eingehend mit dem Thema befasst.

Die Story mal kurz in ein paar simplen Sätzen:
Wir haben unsere Erde zugrunde gerichtet - vielleicht war auch die Natur/Sonne/etc daran Schuld; ist nicht ganz klar - und die Menschheit siedelt einen neuen Planeten an, mit dem wohlklingenden Namen »Home for Home«. Allerdings nicht viele Menschen wie es scheint, weil die Bevölkerung in Reagenzgläsern gezüchtet wird. Verteilt auf 5 Cities, die einfachheitshalber von 1 bis 5 durchnummeriert sind. Bei dieser Menschenzucht gibt es ein Gen, welches einige Menschen haben, andere nur inaktiv und wieder andere gar nicht. Daraus entwickelt sich schleichend eine gewisse "Rassen/Klassentrennung" und schlussendlich ein Krieg.

Pelly D ist ein junges, beliebtes Mädchen aus reichem Hause, welches Tagebuch schreibt und damit unbewusst die Geschehnisse hin zum Krieg dokumentiert. Toni V gehört zu den Menschen, die die Aufräumarbeiten nach dem Krieg erledigen müssen. Im Schutt findet er irgendwann Pelly D's Tagebuch und liest es. Somit ist auch bereits zu Beginn klar, wie die Probleme in City 5 ausgehen werden.

Und das ist auch der Anne Frank-Punkt. Ein Tagebuch, geschrieben von einer jungen Damen, die ein - ihrem Umfeld entsprechend - normales Leben führt, in etwas reingerät für das sie weder etwas kann noch etwas daran ändern könnte.

So weit, so gut. Mein Problem an der Geschichte ist allerdings folgendes: Es wird nichts wirklich erklärt zum geschichtlichen Hintergrund oder der seltsamen veränderten menschlichen Biologie. Es ist tatsächlich als würde man das Tagebuch eines fremden Menschen lesen. Man wird in sein Leben geschmissen und bekommt außer dessen Gedanken und Eindrücke eigentlich nichts wirklich mit. Dementsprechend sind die Figuren im Buch auch eher grob und mir persönlich nicht sympathisch.

Zwei Punkte gibt's für die Idee und der Tatsache, dass das Buch kein Happy End hat. Ernsthaft. Es müsste viel mehr Bücher geben die einfach aufhören, wenn es nicht am schönsten ist. Denn so ist das halt mit dem Leben. Gibt nicht immer Käsekuchen und Ponys.

Fazit

Nun. Wie bereits erwähnt, die Idee war gut und es steckt viel dahinter, an der Umsetzung scheitert es dann aber aus meiner Sicht. Zu wenige Infos zur Geschichte, flache, teils dumme Charaktere. Vermutlich hat es sich in Deutschland mit Veröffentlichung auch kaum verkauft, weswegen der Carlsen Verlag anscheinend von einer Publikation des zweiten Bandes abgesehen hat. Noch schlimmer: Das Buch taucht nicht einmal mehr auf der Verlagsseite auf.


Die Reihe

Gen-Tattoo
Cherry Heaven
März 2011
2008 (EN)