[Rezension] Watcher - Ewige Jugend (Nadine d'Arachart, Sarah Wedler)

Titel: Watcher - Ewige Jugend
Autor: Nadine d'Arachart, Sarah Wedler
Verlag: Carlsen Impress
Veröffentlichung: 03. April 2014
Seiten: 314
Kosten: 3,99 €
Genre: Dystopie
Leseprobe?

Challenge: 5x5 Themen

Kurzbeschreibung

England, wie es die Großväter unserer Großväter einmal kannten, gibt es nicht mehr. Übrig geblieben ist eine einzige Stadt, umgeben von hohen Mauern, die es von dem abtrennen, was da draußen ist. Dem Niemandsland. Sie beherbergt die Reichen, die Glück gehabt haben, die Armen, denen nichts mehr bleibt, und die ewig jung Bleibenden, wie Jolette und Cy. Sie gehören nicht zu den Glücklichen, nicht zu den Unglücklichen, und auch nicht zu den Todgeweihten aus dem Niemandsland. Sie sind die Watcher. Ihre alleinige Aufgabe ist es, das Einzige, das alle am Leben erhalten könnte, vor den Todgeweihten zu schützen und jegliche menschliche Emotion dabei abzuschalten. Sie führen ein perfektes Leben. Bis sich Jolette und Cy eines Tages begegnen…

Die Reihe

#1 - Watcher - Ewige Jugend
#2 - tba (Sommer 14)
#3 - tba



Meine Meinung

Watcher sind - wie man vermuten könnte - Wächter. Sie werden speziell dafür ausgebildet in den unmöglichsten Umständen einen Schützling beschützen zu können. So eine Art 24/7 Bodyguard. Da sie gezielt trainiert werden, sind sie natürlich auch leistungsstärker als der gewöhnliche Mensch. Eine Idee die ich absolut interessant finde. Auch die Welt, in der wir uns befinden ist großartig (natürlich nicht, wenn wir selbst dort leben müssten, aber so als Leser eben ;). Es ist ein London in einer weit entfernten Zukunft. Ein London, das zu einer Art Polizeistaat geworden ist. Denn die Stadt ist abgeriegelt. Niemand kann rein oder raus. Auf Diebstahl steht die Todesstrafe.

Das System innerhalb der Großstädte ist recht komplex. Wir haben hier drei Arten von "Wohnbereichen". Die Industriellen (die Oberschicht) und die Arbeiterschicht, eben die Arbeiter.. Der Spalt zwischen den beiden Schichten könnte nicht größer sein. Zumindest nicht innerhalb der Stadt. Denn vor den verriegelten Toren gibt es noch die dritte Klasse, die Niemandsländer. Wer hier lebt, ist - auf deutsch gesagt - so richtig arm dran. Die bedeutungsschweren Unterschiede der einzelnen Klassen sind sehr gut verdeutlicht und wirklich interessant ausgetüftelt.

Wir lernen direkt Jolette kennen, welche eine dieser Watcher ist. Ihre Schutzbefohlene ist Patience, Tochter aus reichem Hause. Ohne Mutter und mit einem Vater, der sich höchstens an ihrem Geburtstag an seine Tochter erinnert, wohnt sie in einem Internat. Cy, ist ebenfalls ein Watcher von Patience. Von diesem erfährt Jolette aber erst, als er ihren Arsch rettet während einer kleinen gewaltsamen Auseinandersetzung mit ein paar Cupids ... das sind quasi die Gegenspieler der Watcher, denn sie stehlen Kinder und somit halt auch Schutzbefohlene. 

Ich sag's einfach mal direkt, wie es war: für mich, ein einziges Auf und Ab. Kapitel gab es ziemlich viele an der Zahl, einige lang, andere eher kurz. Ebenso wild habe ich auch den Spannungsbogen empfunden. Mal gab es Stellen, die wirklich mitreizend waren, dann aber wieder Abschnitte, die sehr langatmig waren und mich auch ebenso gelangweilt haben. Letzteres hat leider überwogen.

Auch fand ich den ganzen ersten Abschnitt irgendwie unsinnig. Wieso urplötzlich aus London raus, wenn man direkt wieder zurückfährt? Da hätte man doch gleich in bzw außerhalb von London Schutz suchen können und sich den ganzen Zirkus erspart (kleiner Insider an dieser Stelle ;) Für mich waren das verschwendete virtuelle Seiten.

Danach gefiel es mir dann aber immer besser und ich fand Gefallen an der Geschichte. Spätestens als dann Skinner auftauchte, den ich direkt mochte. Er ist ein äußerst faszinierender Charakter und erfrischend anders. Denn ein Punkt, der sehr gewichtig gestört hat war, dass Jolette immer von irgendwelchen Gefühlen gesprochen hatte, die eigentlich dazugehörigen Emotionen bei mir aber nicht ankamen. Bei Skinner hatte ich allerdings als eine der wenigen Figur den Eindruck, dass er tatsächlich Gefühle hatte.

Und noch ein Punkt fällt bei mir negativ ins Gewicht. So interessant das System der Welt und der Watcher etc auch ist, die Integration der Details dazu in die Geschichte hat mir nicht gefallen. Es gab immer mal wieder irgendwelche Infos, die dann so nebenbei erzählt wurden. So wirkte es, als hätten die Autorinnen sich das direkt beim Schreiben einfallen lassen und direkt eingebunden. So wie Randnotizen. Alles sehr provisorisch.

Schlussendlich war ich zudem auch enttäuscht, dass die Watcher trotz der wiederholenden Aussagen, wie gedrillt sie ausgebildet wurden, doch nicht viel übermenschlicher waren als ... naja Menschen eben. Das war zumindest mein Eindruck zu Jolette und Cy.

Fazit

Mal gut, mal schlecht - auf alles bezogen. Es gab Charaktere die gut funktioniert haben, aber auch welche die nicht ganz ausgereift schienen - darunter auch die Protagonistin. Auch die Storyline war mal spannend, dann wieder zäh. Selbst das Weltsystem war an einigen stellen weniger überzeugend als es hätte sein können. Alles in allem also ein äußerst durchwachsender Auftakt. Ob ich den Rest der Trilogie lesen werde, weiß ich noch nicht.