[Rezension] Shatter Me (Tahereh Mafi)

Titel: Shatter Me (Shatter Me #1)
Deutscher Titel: Ich fürchte mich nicht (Shatter Me #1)
Autor: Tahereh Mafi
Verlag: HarperCollins, Goldmann Verlag
Veröffentlichung (US): 15. November 2011
Veröffentlichung (DEU): 20. Juli 2012
Seiten: 340 Seiten
Kosten: zB 7,40 €
Genre: Dystopie, Supernatural, Romance

Challenge: 5x5 Challenge

Kurzbeschreibung:
Ich bin verflucht. Ich habe eine Gabe.

Ich bin tödlich. Ich bin das Leben.

Niemand darf mich berühren. Berühr mich.

Ihr Leben lang war Juliette allein, eine Ausgestoßene - ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, ihre Kräfte sind unmenschlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Juliette weigert sich, beschließt zu kämpfen. Gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch - und ihre größte Furcht.



Die Reihe:
#1 Shatter Me / Ich fürchte mich nicht
#1.5 Destroy Me / Zerstöre Mich
#2 Unravel Me / Rette mich vor dir
#2.5 Fracture Me / -
#3 Ignite Me / -
(#1.5 + #2.5 Unite Me / - )



Meine Meinung:
Ich bin ein Mensch, der leicht zu begeistern ist - viele Klein- und Großigkeiten machen mich tagtäglich glücklich. Eine Tasse warmer Kakao. Ein tolles Lied von Musikern in der UBahn. Doch noch ein Chip in der Chipstüte. Kurz: Ich bin schnell zu erfreuen. Doch selten bin ich SO begeistert von etwas. Ich liebe dieses Buch. Von der ersten Seite bis zur letzten. Jedes Wort, jeden Buchstaben. Die Charaktere, die Geschichte, das Cover, der (Original-)Titel. Einfach alles alles alles alles.

Juliette. Unsere Protagonistin. Die komplette Geschichte spielt aus ihrer Sicht, Ich-Perspektive. Seelisch zerstört und ihr Leben lang ungeliebt, begegnen wir ihr in einer Anstalt. Sie wurde weggesperrt, weil ihre Berührung tödlich ist. Nicht metaphorisch, sondern wortwörtlich. Seitdem hat sie mit keiner Menschenseele mehr gesprochen, noch jemanden gesehen. Sie ist am Boden, leidend, gebrochen. Es wird ihr viel Mühe kosten, doch sie wird aufstehen aus der Leere. Das Dunkel verlassen. Sie wird kämpfen und fliegen lernen.
   I always wonder about raindrops.
   I wonder about how they're always falling down, tripping over their own feet, breaking their legs and forgetting their parachutes as they tumble right out of the sky toward an uncertain end. It's like someone is emptying their pockets over the earth and doesn't seem to care that the raindrops burst when they hit the ground, that they shatter when they fall to the floor, that people curse the days the drops dare to tap on their doors.
   I am a raindrop.
   My parents emptied their pockets of me and left me to evaporate on a concrete slab. 
Die Autorin schuf hier einen Charakter, welcher mit jedem Schritt wächst und aufblüht und berührt. Besonders verstärkt wird das Ganze natürlich durch die Ich-Perspektive (eine sehr tückische Erzählweise, da man hier viel falsch machen kann und es dem Leser schnell zu langweilig wird oder unecht wirkt), aber vor Allem durch die Art, WIE Tahereh Mafi die Gedanken von Juliette wiedergibt. Denn sie bedient sich hier einiger Stilmittel, um Eindrücke und Emotionen zu verstärken. Welche Methoden sie verwendet, wird an dieser Stelle jedoch nicht gesagt. Ich will euch ja nicht die Freude nehmen. Inwieweit dies in der deutschen Ausgabe übernommen wurde, kann ich leider nicht sagen. Doch gehe ich davon aus, dass der Goldmann Verlag das nicht weglassen würde.

Nicht nur Juliette, sondern auch die anderen Charaktere sind individuell in die Geschichte eingeflossen. Da haben wir natürlich den männlichen Protagonisten Adam. Ein eher eigensinniger Typ, der weiß was er will, aber auch weiß, dass man manchmal auf den richtigen Augenblick warten muss. Schauen muss, wie sich die Dinge entwickeln, und dann handelt, wenn es an der Zeit ist. Auch Werner weiß was er will. Im Gegensatz zu Adam, denkt er aber auch, dass ihm alles auf der Welt zusteht. So will er natürlich auch über Juliette verfügen und sie als Waffe für sich nutzen. Er ist somit der böse Gegenspieler in der Story. Etwas später springt dann Kenji in die Geschichte, wie ein Wirbelwind mit seiner direkten Art. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und bringt mit seinem Humor und Sarkasmus großen Spaß in die Gruppe. Natürlich kann er aber auch ernst sein, wenn nötig.
He's wrong he's so wrong he's more wrong than an upside-down rainbow.
But everything he said is right.
Auch die Welt, in der das Buch spielt, ist sehr bildhaft beschrieben. So bildhaft, dass es schon fast wehtut, zu lesen. Dann die Welt ist keine schöne. Die Ozonschicht hat sich verschlechtert. Das Wetter ist unberechenbar. Tiere sieht man keine mehr. Vögel die durch die Luft fliegen, gibt es nur noch in Geschichten. Das Leben der Menschen wurde aber durch das sogenannte Reestablishment (Neugründung, Wiederherstellung - ich weiß leider nicht, wie es in der deutschen Übersetzung heißt) verändert. Zum negativen natürlich. Dazu muss ich ja nichts weiter erklären, oder? Ein Paradies sollte entstehen und das ging natürlich in die Hose.

Wir haben also eine zerstörte Welt, die von einer einzigen skrupellosen Organisation regiert und kontrolliert wird. Eine Gruppe bunt gemischter Teenager. Einen verrückten und machthungrigen Fiesling. Was fehlt uns? Genau, die Widerstandsbewegung. Doch ob es eine gibt, oder nicht, müsst ihr selbst herausfinden. Ebenso, was passiert, wenn Juliette Adam berührt, und was Kenji dazu witziges einfällt.

Auch hiervon ist eine Filmadaption bereits in Planung (Ich sage "auch", weil ich witzigerweise die Rezension zu Legend vor dieser hier schrieb, obwohl ich Legend nach Shatter Me gelesen habe und die Rezension zu Shatter Me deshalb vorher veröffentlicht wird. Ich kenne die Rezi zu Legend also schon, obwohl ihr sie erst Tage später lesen werdet. Eine ganz eigene, verschrobene Art von Zeitgedöns. Vergangenheit. Und Zukunft. Und so. Verrückt.). Wo war ich? Achja, der Film. 20th Century Fox schaut grad was sich machen lässt. Noch steht natürlich gar nichts fest. Abwarten, Tee trinken.

Fazit:
Volle uneingeschränkte unwiderrufliche absolute Leseempfehlung von ganzen Herzen. Scheiß egal ob Deutsch oder Englisch. Tahereh Mafi vermittelt auf ganz einzigartiger Weise die Erfindungen ihrer Protagonistin. So nah ist man selten einer Romanfigur.
© taherehbooks.com



Zur Autorin:
Tahereh Mafi is a girl. Sie ist irgendwo in Connecticut geboren, wohnt jedoch jetzt in Santa Monica, Kalifornien. Sie liest alles was sie in die Finger bekommt. Und wenn sie mal kein Buch in der Hand hat, ist es eben Verpackungspapier oder alte Rezepte. Shatter Me ist ihr erstes Werk.