[Rezension] Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten (Jennifer Wolf)

© Carlsen Impress
Titel: Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten
Autor: Jennifer Wolf
Verlag: (Carlsen) Impress
Veröffentlichung: 06. März 2014
Seiten: 255
Kosten: 3,99€
Genre: Fantasy, Romance

Challenge: Jahreszeiten Challenge 2014

Kurzbeschreibung: 
Die Erde liegt unter einer dicken Schneedecke, Eis und Kälte herrschen überall. Nur noch ein kleiner Landfleck ist bewohnbar, wo die Erdgöttin Gaia die letzten ahnungslosen Menschen angesiedelt hat. Hier lebt auch Maya Jasmine Morgentau, eine der göttlichen Hüterinnen. Alle hundert Jahre wird unter ihnen eine Auserwählte dazu bestimmt, das Gleichgewicht der Natur aufrechtzuerhalten. Sie darf die vier besonderen Söhne der Gaia kennenlernen, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Für einen muss sie sich entscheiden und sich ein Jahrhundert an ihn binden. Doch jeder der Söhne hat seine Stärken und Schwächen. Sollte Maya die Auserwählte werden, für wen würde sie ihr Leben hergeben?


Meine Meinung:
Ganz klarer Fall von "Cover ist wunderschön - muss ich haben!" und dann auch direkt vorbestellt o b w o h l ich mir am Tag zuvor erst 12 Bücher zugelegt hatte. Aber was solls. Das unser Leben zu kurz ist, um tatsächlich irgendwann unseren SuB auf 0 zu bringen, wollen wir ja nicht einsehen. Ja, ich meine damit nicht nur mich, sondern auch euch! Besonders dich!

Am morgen des Erscheinungstermins habe ich dann also, bevor ich los bin, nochmal mein Kindle eingeschalten, um mir das Buch aufs Gerät zu laden und direkt loslesen zu können, aufm Weg zur Arbeit. Hat auch alles soweit funktioniert. Der Ärger kam dann, als ich vor den Toren meiner Kanzlei stand und meinen Kindle weglegen musste. Erst überlegte ich, mich vielleicht nochmal fünf Minuten auf die Bank zu setzen und wenigsten das eine Kapitel .. noch war ich ja auch nicht zu spät und .. so kalt war es auch nicht mehr - aber nein! Arbeit ist wichtig! Ich dann also doch rein ins Büro und gute Laune aufgesetzt.

Die Geschichte im Allgemeinen ist unglaublich interessant und faszinierend. Wir haben die Göttin Gaia, als Mutter aller Dinge und Bewahrerin der Erde. Ihre vier Kinder, ihre Söhne, sind die Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Sie erschuf ihre Söhne, damit sie sich um die Vegetation kümmern konnten, damit alles wachsen, gedeihen, verblühen und sich regenerieren kann. Alle Hundert Jahre wählt die Göttin eine Auserwählte aus den Orden der Hüterinnen aus, damit sie einen ihrer Söhne zum Mann nimmt, damit diese wiederum nicht immer so einsam sind. Das spannende daran ist, dass das Ganze irgendwann nach 3000 spielt, nachdem die Menschheit die Erde zugrunde gerichtet hat und lediglich ein kleiner Bereich im ehemaligen Schweden von Menschen bewohnt ist.

Die Geschichte beginnt bei Maya Jasmin Morgentau und ihren Leben im Orden der Hüterinnen. Ich war sehr fasziniert von der Grundidee und las wie besessen die ersten virtuellen Seiten. Irgendwann ab der Mitte wurde es dann aber ziemlich kitschig. Liebesschwüre zum erbrechen. Ich weiß es gibt viele Leser, die gerade das lieben - ich gehöre allerdings nicht dazu. Es wurde also sehr eklig, trotzdem las ich weiter, weil ich wusste, dass die Geschichte, so wie sie gerade lief, schief gehen muss.

Ich lese also tapfer weiter - zum Glück, denn es wurde natürlich besser. Unsere Protagonistin hatte einen ziemlichen Schaden angerichtet und musste dafür natürlich grade stehen. Und dann ging es los. Ungefähr bei 85% der Geschichte. Es kam ganz plötzlich und mir wurde zu spät klar, dass es unausweichlich war. Die Geschichte ging auf das Ende zu und mein seelischer Gemütszustand ging mit ihm Hand in Hand. Ich erinnere mich noch ganz genau an die Stelle, als meine Augen wässrig wurden und dann auch letztendlich ausliefen. Es hat mich einfach fertig gemacht, weil es zuerst mein Herz zerriss und es dann wieder flickte.

Wenn ich jetzt im nachhinein drüber nachdenke, war das, was mir in der Mitte gefällt hat, Spannung, Aufregung und Abenteuer. Es gab keine richtigen Zusammenstöße zwischen Gut und Böse. Es lief einfach immer alles glatt. Vermutlich ist es das, was ich vermisse, und weswegen ich keine fünf Sterne vergeben kann. Und natürlich wegen dem Kitsch. Kitsch ist nicht schön. Man kann sich auch mit mehr Stil ewige Liebe schwören.

Fazit:
Nachdem der Anfang sehr interessant war, schwächelte die Geschichte und wurde zunehmends schnulzig. Die letzen 15% haben es dann aber wieder rausgerissen und mich Tränen vergießen lassen, so dass ich es dann doch empfehlen würde, und mir auch andere Werke der Autorin zu Gemüte führen werde.


Zur Autorin:
© jennifer-wolf.com
Jennifer Wolf, geboren 1984 in Bonn, wohnt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in der Nähe von Bonn. Sie schrieb vor Morgentau die Sanguis-Trilogie und Feuerherz, ebenfalls im Impress Verlag, sowie Zeit der Engel, welches im April 2014 im Bookshouse Verlag erscheint. Wegen des frühen Todes ihrer Mutter, wuchs Jennifer bei ihren Großeltern auf, und da sie sich - aus Platzmangel - ihr Zimmer mit den Büchern der Großmutter teilen musste, entdeckte sie irgendwann ihre Liebe zum Lesen.