[Rezension] Legend (Marie Lu)

Titel: Legend (Legend #1)
Deutscher Titel: Legend: Fallender Himmel
Autor: Marie Lu
Verlag: Speak/Penguin, Loewe
Veröffentlichung (US): November 2011
Veröffentlichung (DEU): 10. September 2012
Seiten: 305
Kosten: zB 7,40 €
Genre: Dystopie, Young Adult, Romance

Challenge: 5x5 Themen

Kurzbeschreibung: Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist. Fallender Himmel ist der erste Band der Legend-Trilogie."Es gibt mehr als eine Wahrheit! Im Jahr 2130 unterdrückt eine menschenverachtende Militärregierung das eigene Volk. Der junge Day gilt als Feind Nummer eins. Er lebt im Untergrund. June dagegen ist dem Regime treu ergeben. Doch ist Day wirklich ein gewissenloser Rebell? Junes Weltbild gerät ins Wanken.


Die Reihe:
#0.5 Life before Legend / tba
#1 Legend / Legend: Fallender Himmel
#2 Prodigy / Legend: Schwelender Sturm
#3 Champion / tba




Meine Meinung:
Der Trailer ist ziemlich genial, oder? Wie ein Minifilm. Ich muss zugeben, Trailer zu Büchern schauen ist langsam zu einem meiner Hobbies geworden. Sie werden einfach immer besser und vor Allem immer präsenter. Aber wenden wir uns dem Buch zu.

Ich habe es auf Englisch gelesen. Wieso? Weil die englischen Bücher einfach immer viel preiswerter sind als die Deutschen. Ob nun als Print-Ausgabe oder auf dem Kindle. In diesem Fall kam die Kindle-Edition knapp über 5€ und die Deutsche mehr als das Doppelte. Dafür kann der Loewe Verlag natürlich nichts - das ist bei uns nun mal so. Aber kommen wir nun wirklich zum Buch. Also zur Geschichte:

Von Legend habe ich tatsächlich das erste mal etwas gehört, als der zweite Band in Deutschland erschienen und auf LovelyBooks die große Leserunde startete. Alle waren in heller Aufregung - ausser ich. Ich war ahnungslos. Ein knappes halbes Jahr später habe ich es auch endlich mal geschafft, den ersten Teil zu lesen. Ja, was soll ich sagen.. es ist natürlich klasse. Die Story ist solide, das Los Angeles von 2130 dystopisch. Doch warum war ich nicht zufrieden?

Nun, zum einen habe ich gleich zu Beginn einen Fehler gemacht. Ich habe Legend direkt im Anschluss zu Shatter Me gelesen. Und das war deswegen ein Fehler, da Shatter Me ziemlich genial ist und Legend im Vergleich eher weniger, was mich zum wichtigen Kritikpunkt bringt: die Charaktere. June und Day. Sie kommen aus zwei unterschiedlichen Welten (im übertragenen Sinne). Während Day in den Slums in Lake, einen Sektor in Los Angeles aufwuchs, genoss June das Leben der Elite in der Republic of America. Man sollte meinen, dass die zwei nicht unterschiedlicher hätten sein können, doch weit gefehlt. Es mangelt hier leider an Individualität. Selbst June meinte treffend:
[...] sometimes it feels like we're the same person born into two different worlds."
Ja, June, den Eindruck hatte ich beim Lesen auch. Leider.

Das ändert jedoch nichts daran, dass die Story an sich interessant und spannend ist. Mir gefällt an Dystopien immer die Art der Regierungen, welche natürlich immer irgendwie diktatorisch sind, aber dennoch so unterschiedlich sein können. Hier war es besonders interessant zu sehen, dass die USA geteilt sind - im Westen die Republik und im Osten die Kolonien. Die Republik als Utopie in der natürlich alle gleichberechtigt sind, es keine Armut gibt, Wolken aus Zuckerwatte und jedes Kind auf einem Einhorn zur Schule reitet (natürlich nicht - ihr versteht schon) und dann die Kolonien ... über die man nicht allzuviel erfährt, sich aber denken kann, dass die Menschen dort vermutlich umgänglicher, vertrauenswürdiger und weltoffener sind.

In diesem Buch ziehen wir mit Day und June nur durch Los Angeles. Und es macht Spaß! Naja, so viel Spaß wie es machen kann, über die Dächer durch Armutsvierteln zu schleichen. Ich konnte mich sehr gut in das Buch hineinlesen. Der Schreibstil der Autorin Marie Lu ist bildhaft und liest sich auch flott. Ich mag es auch, dass sie nicht davor zurückschreckt, die ein oder andere Bezugsperson der Protagonisten zu opfern, zum Wohle der dystopischen Dystopie. Ich bin gespannt, wie es in den nächsten Büchern weitergeht. Und natürlich auch gespannt auf die bildliche Umsetzung, denn eine Filmadaption ist bereits in Planung, yay! Die Rechte liegen bei CBS und die Macher sind die selben, welche auch für Twilight gesorgt haben. Ob das nun gut oder schlecht ist, darf jeder heimlich für sich selbst entscheiden.

Fazit:
Auch wenn mir die Protagonisten nicht individuell genug waren, fühlte ich mich gut unterhalten und konnte gut in die Geschichte eintauchen. Eine toller Auftakt der Dystopie-Reihe!


Zur Autorin:
Marie Lu ist 1984 in Beijing, China geboren und zog 1989 in die Staten. Nach ihrem Abschluss 2006 an der University of Southern California, blieb sie einfach in LA und wohnt nun mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena. Bevor sie Vollzeit Schreiberling wurden, arbeitete sie als Art Director in einer Video Game Company. Diese Jahr erscheint eine neue Reihe namens The Young Elites.