[Rezension] Die Seltsamen (Stefan Bachmann)

© Diogenes Verlag
Titel: Die Seltsamen (The Peculiar #1)
Originaltitel: The Peculiar
Autor: Stefan Bachmann
Verlag: Diogenes
Veröffentlichung: 26. Februar 2014
Seiten: 368
Kosten: 16,90€
Genre: Fantasy, Magic, Steampunk

Challenge: Find the Cover 2014

Kurzbeschreibung:
Bartholomew Kettle wäre gern ein ganz normaler Junge, aber er findet sich hässlich - fast so hässlich wie seine Schwester Hettie. Freunde hat er keine. Wie auch? Schließlich ist er ein Seltsamer, halb Mensch, halb Feenwesen, von beiden verachtet, vor beiden auf der Hut. Besonders seit Mischlinge wie er auf mysteriöse Weise verschwinden. Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid im Slum von Bath auf. Bartholomew beobachtet sie verstohlen durchs Fenster. Was will sie? Als plötzlich Federn aufwirbeln und die Dame mit einem weiteren Mischlingskind entschwindet, vergisst Barty jegliche Vorsicht - und wird bemerkt. Ein tollpatschiger junger Politiker, der alle Parlamentssitzungen verschläft, scheint der Einzige zu sein, der Barty helfen will. Barty ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe bin ich.



Die Reihe:
#1 Sie Seltsamen / The Peculiar
#2 tba / The Whatnot



Meine Meinung:
Ich erhielt dieses Buch als Lese/Rezensionsexemplar im Zuge der zuvor gestarteten Werbekampagne, dem ARG Das magische Labor auch bekannt unter #SchwarzeFedern. Als das Ereignis lief, war natürlich logisch, dass es auch auf irgendwas hinarbeiten würde, mir erschloss sich nur nicht direkt auf was. Dann aber kam dieses Buch zur Sprache und kurz darauf wurden Leseexemplare verteilt. Eins davon habe ich bekommen.

Als ich es dann in der Hand hielt, habe ich mich natürlich gefreut und begann unmittelbar zu lesen. Ich muss zugeben, dass meine Erwartung - trotz der aufregenden Aktion im Vorfeld - nicht hoch waren. Von dem Titel hatte ich zuvor nichts gehört und auch das Cover wirkte eher unscheinbar. Doch ich sollte bald merken, dass ich falsch lag.

Der Prolog beschreibt im Wesentlichen das geschehen der Werbeaktion. Danach geht es dann ein Stück in die Zukunft, wo wir den Mischlings-Jungen Bartholomew und den Parlamentsabgeordneten Mr Jelliby folgen. Bartholomew, Sohn eines Sidhe und einer Menschenfrau, lebt in den Feenslums und darf nur bedingt die Wohnung verlassen - im Prinzip gar nicht. Mr Jelliby glänzt nicht gerade mit seinem Arbeitseifer und macht auch sonst nur das Nötigste, doch als er auf Bartholomew trifft und der Junge ihm um Hilfe bittet, beginnt für die zwei ein aufregendes Abenteuer.

Mit Mr Jelliby bin ich nicht ganz warm geworden. Seine Art war einfach nichts für mich. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass er eben nicht der typische Protagonist ist. Andererseits kann man das auch von Bartholomew nicht behaupten, aber ihn mochte ich sehr gern. Besonders seine Beziehung zu seiner Schwester Hetti hat ihn sehr sympathisch werden lassen.

Auch hatte ich Probleme mir manche Kreaturen vorzustellen, anhand der Beschreibung - allen voran die Ratten..fee? Manche Ideen waren einfach ein wenig zu abstrus und hätten vielleicht aufbewahrt und für den nächsten Roman verwendet werden sollen. Zumindest kann man nicht behaupten, dass es Stefan Bachmann an Fantasie mangelt. Ganz im Gegenteil. Auch das Schreiben liegt im. Dass der junge Mann gerade mal 16 war, als er Die Seltsamen schrieb, hatte ich vorher nicht gewusst und war dann doch sehr überrascht, da der Erzählstil auf jeden Fall älter wirkt und von einem ausgeprägten Sprachempfinden zeugt.

Auch wenn es hin und wieder Vorstellungsschwierigkeiten gab, mochte ich die Geschichte sehr - auch die Ortschaften und Atmosphäre. Im Herbst erscheint dann der zweite Teil der Reihe im Diogenes Verlag, den ich mir garantiert auch krallen werde.

Fazit:
Es ist Magie! Mit großem M! Fantastische Sprache, interessante Charaktere, fremdartige Wesen aus einer anderen Welt und ein aufregendes Abenteuer - alles ein einem Buch! Nicht nur für jüngere Leser.


Zum Autor:
© stefanbachmann.com
Stefan Bachmann wurde 1993 in Colorado geboren, lebt aber in einem Vorort von Zürich. "I was homeschooled, which I assume explains everything. I was also stung by a jellyfish once, which might explain a few things, too." Derzeit studiert er Komposition an der Züricher Universität. Er hat vier Geschwister und spielt fünf Instrumente. Bereits mit 16 schrieb er sein Debütroman Die Seltsamen, welcher aber erst veröffentlicht wurde, als er bereits 19 war. Im Herbst 2014 erscheint der zweite Band, ebenfalls im Diogenes Verlag.