[Rezension] Das Erbe von Winterfell von George R. R. Martin

Titel: Das Erbe von Winterfell
Originaltitel: A Game of Thrones
Autor: George R. R. Martin
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 14. März 2011 (neue Fassung)
Seiten: 544 Seiten
Kosten: 15,00 €
Genre: High Fantasy

Challenge: 5x5 Themen

Man liest sehr lang an solch einem Buch, ganz ohne Frage. Hinzu kam bei mir, dass dazwischen auch noch Weihnachten und Neujahr war. Nach ewig langer Zeit habe ich das zweite Buch des Epos nun dann beendet.

George Raymond Richard Martin, 1948 in New Jersey geboren, hat einen langen Lebenslauf vorzuweisen. Bereits sehr früh verkaufte er Monstergeschichten für ein paar Cent an die Nachbarskinder. Sein erster professioneller Verkauf war die Kurzgeschichte The Hero, 1970. Mitte der 80er machte er einen Abstecher in die TV-Welt und feierte ein paar Erfolge als Drehbuchautor. Frustriert darüber, dass seine Drehbücher regelmäßig für zu umfassend und lang gehalten wurden, kehrte er in den 90ern zu Schriftstellerei zurück.


Das Erbe von Winterfell (ASoIaF #1.2)

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist ...
"Wenn man das Spiel um Throne spielt, gewinnt man, oder man stirbt. Dazwischen gibt es nichts."

Bei dem zweiten Band der Reihe handelt es sich in Wahrheit noch immer um den ersten Band. Die Bücher sind so dick, dass sie in vielen Ländern in mehreren Teil veröffentlicht werden. So auch in Deutschland. Der Verlag Blanvalet teilt die deutschen Ausgaben in jeweils zwei Bände, so erschien A Game of Thrones als Die Herren von Winterfell und Das Erbe von Winterfell.

Ich selbst lese die neue Fassung. Hierbei handelt es sich um die Reihe, welche Blanvalet seit 2010 überarbeitet herausgebracht hat. In der ursprünglichen Fassung wurden Namen und Orte in der Originalbezeichnung belassen (Snow, King's Landing, Riverun, Greyjoy etc.). Nun wurden viele zusätzlich eingedeutscht (Schnee, Königsmund, Schnellwasser, Graufreud) - sehr zum Ärgernis alteingesessener Fans. Mich persönlich hat es nicht gestört, da ich die Bücher erst letzes Jahr begonnen habe, und auch die TV-Serie in der deutschen Synchro diese deutschen Bezeichnungen verwendet - ein Heimspiel für mich.
"Wenn die Sonne im Westen aufgeht und im Osten versinkt", sagt Mirri Maz Duur. "Wenn das Meer austrocknet und die Berge wie Blätter im Wind verwehen. Wenn Euer Schoß wieder Früchte trägt und ihr ein lebendes Kind bekommt. Dann wird er wiederkehren, vorher nicht."
Wie bereits in der Rezension zu Die Herren von Winterfell erwähnt, hält sich die TV-Serie sehr genau ans Buch. Spontan fallen mir nur zwei Szenen ein, welche so nicht unbedingt passiert sind, wie sie gezeigt wurden, jedoch die Geschichte dadurch nicht verfälschen. Auf Grund dieser Detailgenauigkeit, gibt es beim Lesen natürlich keine Überraschungen - dementsprechend "gelangweilt" zog ich stellenweise durch die Geschichte. Gelangweilt in Gänsefüßchen, weil ich nicht gelangweilt im eigentlichen Sinne war, sondern eher im Ach-diese-Szene-kommt-jetzt voraussehender Sicht. Man kennt es halt - zumal ich die erste Staffel viele male gesehen habe - freut sich aber dennoch drauf, da man alles in einem anderen Blickwinkel erlebt.
So gab es Stellen, die dann einfach anders wirkten. Der Moment, in dem Ned Stark geköpft wird, war zum Beispiel leichter zu verdauen, als in der TV-Serie. Die Reaktion von Bran, Sansa oder Jon, als sie davon erfuhren hingegen, waren um einiges intensiver.

Ich sagte es bereits, und sage es gern nochmal: Fans der Serie werden die Bücher lieben, und alle anderen sollten sich auch dran trauen! Ihr werdet es nicht bereuen.