[Rezension] Die Herren von Winterfell von George R. R. Martin

Titel: Die Herren von Winterfell
Originaltitel: A Game of Thrones
Autor: George R. R. Martin
Verlag: Blanvalet
Veröffentlichung: 14. Dezember 2010 (neue Fassung), 01. Oktober 1997 (alte Fassung)
Seiten: 576 Seiten
Kosten: 15,00 € als Taschenbuch
Genre: High Fanatsy

Ohne Zweifel, ein Epos. Ein Klassiker möchte ich sogar sagen. Etwas, das man gelesen haben sollte. Die 10 Bände, welche derzeit auf dem Markt sind, habe ich bereits seit geraumer Zeit auf dem Kindle, und kam nun endlich dazu Band 1.1 nun auch zu lesen.

George Raymond Richard Martin, 1948 in New Jersey geboren, hat einen langen Lebenslauf vorzuweisen. Bereits sehr früh verkaufte er Monstergeschichten für ein paar Cent an die Nachbarskinder. Sein erster professioneller Verkauf war die Kurzgeschichte The Hero, 1970. Mitte der 80er machte er einen Abstecher in die TV-Welt und feierte ein paar Erfolge als Drehbuchautor. Frustriert darüber, dass seine Drehbücher regelmäßig für zu umfassend und lang gehalten wurden, kehrte er in den 90ern zu Schriftstellerei zurück.


Die Herren von Winterfell (ASoIaF #1.1)

1996 erschien dann der erste Band der Reihe Das Lied von Eis und Feuer. Zuerst auf drei, dann sechs, und mittlerweile auf sieben Bände ausgelegt. Auf Grund des Umfangs der einzelnen Bücher, werden sie in vielen Ländern in mehrere Bände aufgeteilt. So auch in Deutschland mit zwei Bänden pro Original-Band. Somit erwarten uns, zu den 10 Veröffentlichten, noch 4 weitere Bücher der Reihe.

Die Familie Stark lebt ein ruhiges, zufriedenes Leben auf Winterfell, im Norden Westeros. Bis zu dem Zeitpunkt, als König Robert Baratheon bei seinem alten Freund Eddard "Ned" Stark, Lord von Winterfell, besucht, um ihm den Posten als neue Rechte Hand des Königs anzubieten, da Lord Jon Arryn, welcher zuvor die Stelle besetzte, verstarb. Da er das Angebot schlecht ablehnen kann, willigt er ein und zieht mit seinen Töchtern nach Königmund, da Sansa des Königs Sohn, Joffrey, ehelichen soll. Zeitgleich macht sich Ned's Bastard, Jon Schnee, auf den Weg zur Mauer, um das Schwarz anzulegen und ein Bruder der Nachtwache zu werden. Immer noch auf Winterfell, erhält Catelyn Stark, Ned's Frau, einen Brief ihrer Schwester, indem sie ihre Vermutung ausspricht, dass ihr Mann, Lord Arryn, keines natürlichen Todes gestorben ist. Intrigen und Gefahr lauern überall und es ist an den Herren von Winterfell, die Zukunft des Landes zu sichern.
"Und der Winter naht."
Es gibt leichteres, als eine Kurzbeschreibung von Die Herren von Winterfell zu verfassen. Vermutlich hätte ich sie auch allgemeiner halten können, jedoch wollte ich damit vorab schon mal zeigen, dass man in Das Lied von Eis und Feuer auf viele viele Namen trifft. Von Anfang an und ohne Rücksicht auf Verluste. Nun, ich war darauf vorbereitet, da ich die Staffeln der dazugehörigen Serie - Game of Thrones - bereits mehrfach verschlungen habe. Was natürlich auch den ausschlaggebenden Grund gab, mir die Bücher durchzulesen. Allerdings, wenn man die Serie nicht kennt, stellt mindestens das erste Buch eine Herausforderung da. Danach soll es leichter werden, sagte man mir.
"Unsinn", sagte Lennister. "Mit dem richtigen Pferd und dem richtigen Sattel kann selbst ein Krüppel reiten."
Das Wort tref Bran ins Herz wie eine Klinge. Er spürte, wie ihm die Tränen in die Augen stiegen. "Ich bin kein Krüppel!"
"Dann bin ich kein Zwerg", entgegnete der Zwerg und verzog den Mund dabei. "Mein Vater wird sich freuen das zu hören."
Schön war natürlich auch, zu sehen, wie genau sich die Serie an die Bücher gehalten hat. Halbe Dialoge wurden aus dem Buch haargenau übernommen. Natürlich gab es aber auch Teile, die es nicht in die Serie geschafft haben, weil sie einfach nicht notwendig waren für deren Fortlauf der Geschichte. So unterscheiden sich die Alter der Stark Söhne erheblich. Rickon ist 3 Jahre alt. Und Jon und Robb sind im Alter von Joffrey - ungefähr Vierzehn. Trotzdem eine der besten Umsetzungen, die ich bisher erleben durfte. Doch soll es hier nicht um den Vergleich von Buch und Serie gehen.

Das Lied von Eis und Feuer ist High Fanatsy. Das heißt es ist mit einer eigenen Welt, gestaltet ähnlich dem europäische Mittelalter, eigener Geschichte, eigene Vegetation, eigener Religion, eventuell sogar eigener Sprachen ausgestattet. Natürlich verfügt High Fantasy auch über magische Aspekte und wunderlichen Völkern und Rassen. Ich möchte nicht sagen, dass High Fantasy schwerer zu lesen ist, doch liegt es schwerer im Magen. Ähnlich wie Herr der Ringe, liest man Die Herren von Winterfell (oder die Folgebände) n i c h t mal eben so. Man muss mit jedem Wort voll in der Geschichte sein. Ist man gedanklich kurz abgeschweift, kann es passieren, dass man einen entschiedenen Teil verpasst hat. Oder einen Verwandtschaftsgrad. Und das führt sehr schnell zu Verwirrung.


George R. R. Martin hat die Angewohnheit, weit auszuholen. Es wird alles im Detail und ausgiebig erzählt. Aber so Wortreich, dass es nicht langweilig wird.
Die Kapitel sind in Personen unterteil. Man erlebt das Geschehen aus der Sicht der jeweiligen Person. Dies sind hauptsächlich die Starks, und Tyrion Lannister und Daenerys Targaryen. Auch dadurch ist für Abwechslung gesorgt. Das System hat ebenfalls den Vorteil, dass die Charaktere intensiver wahrgenommen werden und besser zu verstehen sind, eben da man ihre Entscheidungen und Gedanken aus erster Hand mitbekommen.

Ich könnte noch sehr viel mehr erzählen, werde mir das aber wohl für die kommenden Bücher der Reihe aufheben. Meine Bewertung ist leider nicht unvoreingenommen und würde es auch nie sein, da ich einfach ein zu großer Fan der Geschichte bin, um Die Herren von Winterfell objektiv betrachten zu können. Wenn ich was liebe, dann bedingungslos und von ganzem Herzen. Und ich liebe Das Lied von Eis und Feuer.