[Rezension] Peter und der Werwolf von Hannah Siebern

Titel: Peter und der Werwolf – Eine Halloweengeschichte
Originaltitel: -
Verlag: Self publishing
Veröffentlichung: 24. Oktober 2012
Seiten: 73 Seiten
Kosten: 1,49 als Kindle-Edition
Genre: Halloween

Hannah Siebern ist eine Studentin, die schon immer mit Begeisterung Geschichten geschrieben hat. Früher waren es Abenteuer mit ihren Freunden, seit sie als professionelle Autorin tätig ist, hat sie das Fantasy-Genre für sich entdeckt. In Form der Nubila-Reihe hat sie einen deutschen Fantasy-Epos geschaffen, der viele Leute begeistert.

Mit Peter und der Werwolf hat sie eine kurze Geschichte abgeliefert, die sich zur Zeit um Halloween schnell lesen lässt, wenn man in die richtige Stimmung für Süßes oder Saures kommen will.

Peter, unser 12-jähriger Hauptcharakter, ist eigentlich ein ganz normaler Junge. Er freut sich auf Halloween, möchte gerne mit den anderen Kindern Süßigkeiten sammeln gehen und Spaß haben, in dieser Nacht, in der alle anders sein dürfen. Dabei ahnt er aber nicht, dass er selbst anders ist. Denn wie sich schnell herausstellt, ist Peters Mutter nicht das, was sie vorgibt zu sein und es hat einen Grund, warum er in manchen Nächten sein Zimmer nicht verlassen soll.

Diese kurze Geschichte ist solide geschrieben. Die Autorin bedient sich aller möglichen Fantasy-Klischees, die man aus den verschiedensten Werken gewohnt ist. Werwölfe sind haarig und bissig, Vampire bevorzugen es, in Särgen zu schlafen und haben Angst vor Knoblauch-Dips, Dämonen können Seelen stehlen und sind generell eher unangenehme Zeitgenossen. Der Schreibstil von Hannah Siebern weiß zu überzeugen, er ist schlicht gehalten, aber unterfordert auch nicht. Leider gelingt es ihr dadurch auch nur selten, die Emotionen ihrer Charaktere wirklich ehrlich rüberzubringen. Es mag auch an der Länge der Geschichte liegen, aber die Charaktere bleiben einem nur schwer im Gedächtnis.

Zwischen den einzelnen Abschnitten wechselt die Handlung zwischen Peter und Cassandra, einer Jägerin all dieser Nachtwesen. Dann, wenn sich die beiden Pfade überschneiden, merkt man allerdings, dass der Titel der Geschichte möglicherweise nicht ganz passend ist. Es wirkt so, je weiter man liest, dass Cassandra die eigentliche Protagonistin ist und wir eigentlich ihre Geschichte lesen. Peter ist nur der Mittelmann, was die Geschichte nicht einmal verheimlicht.

Peter hatte das Gefühl, dass Lester und Cassandra ihn als eine Art Ventil benutzten, um sich endlich mal auszusprechen. Er war der Puffer zwischen ihnen, der es einfacher machte zu reden, ohne dabei emotional zu werden.

Ich war von der Geschichte nicht gefesselt, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Sie hatte die Ehre, das Erste zu sein, was ich auf meinem Kindle gelesen habe, aber wohl auch nur, weil sie an dem Tag kostenlos zu haben war. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sie wohl sonst nicht gekauft hätte. Wer eine einfache Fantasy-Geschichte lesen will, die einen zu Halloween in die nötige Stimmung bringt, der ist hier richtig bedient. Wer eher in eine tiefgreifende Fantasie-Welt entführt werden will, dem ist das, was hier gezeigt wird, wohl allerdings zu oberflächlich.


Howdy, ihr eifrigen Bücherwürmer! Ich bin Inu! Wenn ich mal wieder die Motivation gefunden habe, Bücher nicht nur zu kaufen, sondern auch zu lesen, dann werdet ihr hier sicher was von mir lesen können. Wenn nicht, dann bin ich sicher gerade als (unfassbar fleißiger) Student unterwegs oder gehe anderen (unfassbar wichtigen) Dingen nach. Ehrlich! Unfassbar ungelogen!