[Rezension] Wildnis: Thriller - Band 3 von Valentin Zahrnt

Titel: Wildnis: Thriller - Band 3
Originaltitel: -
Autor: Valentin Zahrnt
Verlag: Selbstveröffentlichung, Qindie
Veröffentlichung: 05. September 2013
Seiten: 178 Seiten
Kosten: 2,68 € als Kindle-Edition
Genre: Thriller, Psychologie

Die vorletzte Leserunde, versprochen. Der Herr Zahrnt hat mir den finalen Teil einfach zugeschickt - ich konnte nichts dagegen tun ;) Und auch bei dieser Rezension möchte ich betonen, dass dies eine Fortsetzung ist und sich eventuelle Spoiler verirrt haben könnten.



Die Trilogie:

Wildnis: Thriller - Band 3


Alaska und das Chix-Tal lagen hinter ihnen. Von Oliver ging keine weitere Gefahr aus. Es war nun an der Zeit das Leben wieder in geregelten Bahnen anzugehen. Doch Jan musste diesmal nicht allein nach Berlin zurück. Anna würde ihn begleiten. Er konnte sein Glück kaum fassen. Er war mit Anna zusammen. Sie bezogen seine Wohnung und während Anna in der Ballettschule tanzte, nahm Jan sein Studium wieder auf. Das Leben war schön. Doch Anna zieht sich immer mehr zurück. Auf Fragen weicht sie aus. Hat es etwas mit diesem Rainer aus der Ballettschule zu tun? Oder zeigen sich jetzt doch die Auswirkungen Alaskas'?


Nachdem ich von dem zweiten Band nicht so begeistert war, ist der finale Teil um so besser. Die Hektik ist verflogen, Tempo und Spannungsaufbau ähneln dem ersten Band. Ich war wieder gefesselt beim lesen und konnte das Buch wirklich nicht aus der Hand legen. Plötzlich waren acht Stunden rum und das Buch war zu Ende. Nein, die Trilogie war zu Ende. Wobei gesagt sein muss, dass jeder Teil eine Geschichte für sich ist. Theoretisch könnte man sie auch separat voneinander lesen, wenn man damit leben kann, nicht zu wissen wo das Chix-Tal liegt und wer dieser Oliver ist. Der Unterhaltung würde dies keinen Dämpfer verpassen.


Ein Punkt, welcher diesen Teil so besonders macht ist, dass Valentin Zahrnt sich hier mit Themen wie Vergewaltigung und schwere Psychosen auseinander gesetzt hat. Themen, an die sich nicht jeder Schreiberling so einfach ranwagen sollte. Doch Herr Zahrnt hat sie mit Bravour in die Geschichte integriert und überzeugend dargelegt. Man erkennt, dass er sich mit der Thematik auseinandergesetzt hat und gute Recherchearbeiten geleistet wurden. 


Ebenso überzeugend waren auch seine Charaktere, Anna und Jan. Menschlicher als je zuvor. Zerbrechlicher als je zuvor. Man sieht sie fallen und aufstehen, verzweifeln und hoffen, fliehen und jagen. Das Ganze Ausmaß an der Grenze zur realen Wahrnehmung.

"Wir Menschen können sein, wo wir nicht sind. Wir nennen es Fantasie."
Beide Figuren haben in den drei Bänden eine erhebliche Entwicklung durchgemacht. In verschiedene Richtungen. Während Jan als schüchterner Junge nach Alaska ging, um Anschluss an die "coolen Kids" zu bekommen, machten ihn die Geschehnisse stärker, er wuchs an den Herausforderungen. Bei Anna hingegen zerbrach nach und nach die toughe Fassade, welche sie sich aufgebaut hatte. Sie zerbrach nicht nur an Alaska, sondern auch an der Vergangenheit, welche sie nun einholt.

Würde mich jemand Fragen, welchen der drei Bände ich favorisiere, dann wäre die Antwort, dass man sie nicht vergleichen sollte. Jeder Band hatte seine ganz eigene Geschichte, seine ganze eigene Thematik, seine ganze eigene Stimmung, seine ganz eigene Wildnis. Empfehlen kann ich sie jedoch alle.