[Rezension] Hauptstadtgedanken von Deborah Klein

Titel: Hauptstadtgedanken
Originaltitel: -
Autor: Deborah Klein
Verlag: Books on Demand
Veröffentlichung: 20. September 2013
Seiten: 32 Seiten
Kosten: 6,90 € als Softcover
Genre: Berlin, Gedichte

Wieder eine Leserunde! Zwei folgen danach noch, bis ich mich zur Abwechslung auch wieder Büchern widmen kann, welche ich auf normalen Wege ausgesucht und erworben habe*.


Nein, das ist nicht meine Debbie. Deborah Klein ist eine junge Berlinerin, geboren und aufgewachsen, welche mittlerweile in Hamburg beheimatet ist. Ihren Lebensunterhalt bestreitet sie als freiberufliche PR-Beraterin. Hauptstadtgedanken ist ihr erstes Werk.



Hauptstadtgedanken ist ein Poesie-Band, in dem Gedanken, Gefühle und Eindrücke der Autorin auf zuckersüße 32 Seiten beschrieben wurden. Neben den Gedichten finden sich auch hübsche bis liebevolle Zeichnungen, ebenfalls von Deborah Klein zu Papier gebracht.

Das kleine Heftchen weckte in mir die unterschiedlichsten Empfindungen. Erstaunen, weil das Büchlein sehr behutsam in, farblich dazu passendes, pinkes Raschelpapier eingeschlagen war. Leichtes Heimweh, beim Anblick der Silhouette des Berliner Fernsehturms und dem Wort Hauptstadt. Vorfreude, auf das was mich erwartete. Entzückung, auf der ersten Seite, wo ein kleines, gezeichnetes Rehkitz, mit einem Herz auf der Brust, unter den Worten Smile. Every day., steht. Rührung, Verwirrung, Freude, Verständnis und mehr, während der Erkundung des Buchinhaltes. Wehmut, weil es schon vorbei ist. Unbefriedigung, weil ich doch mehr erwartet hätte. Und Tage später zarte Seligkeit, weil es ebenso perfekt wie unperfekt ist.


Perfekt wie unperfekt ist hier genau das Stichwort. Denn so sehr es zu Berlin gepasst hat, so sehr würde es auch zu Hamburg oder München passen. Beim Lesen der Gedichte taucht man automatisch in eine Stadt ein. Man verbindet das Gelesene mit dem eigenen Gesehenden. Deborah Klein ist Berlinerin, weswegen sie ihre Gedichte auf Berlin bezieht. Jemand in Köln kann aber die gleichen Empfindungen haben, gleiches schreiben und dann riecht es halt nach Köln. Was für die Autorin der Schlachtensee ist, ist für andere zum Beispiel der Brombachsee. Das einzige, das rein objektiv betrachtet, auf Berlin deuten lässt, ist das hübsch gestaltete Cover.


Die Gedichte selbst verteilen sich auf ungefähr der Hälfte der 32 Seiten, auf wiederum einer kleinen Fläche des jeweiligen Blattes. Da hätte ich auch mit mehr gerechnet. Vor der Qualität der Gedichte muss ich sagen, dass mich die ersten eher unberührt gelassen und gar verwirrt haben, während sie zum Ende hin immer schöner wurden. Das Schönste bildet das Schlusslicht.


Nichtsdestotrotz ist dies ein niedliches Poesie-Band, welches sich hervorragend als kleines Präsent eignet. Liebevoll gestaltet, mit viel Herz.




* Diese Post entstand vor der Rezension zu Wildnis: Thriller - Band 3.