[Rezension] Das Bild der Erinnerung von Micaela Jary

Titel: Das Bild der Erinnerung
Originaltitel: -
Autor: Micaela Jary
Verlag: Goldmann
Veröffentlichung: 16. September 2013
Seiten: 416 Seiten
Kosten: 9,99 € als Taschenbuch
Genre: London, Berlin, Historischer Roman, Nachkriegszeit

Das Buch meiner vorerst vorletzten Leserunde bei LovelyBooks. Ich werde mit den Leserunden etwas kürzer treten, um mehr Zeit zu haben für eine ganz bestimmte Buchreihe - dazu mehr, wenn es soweit ist ;)


Micaela Jary, in Hamburg geboren, in Tessin aufgewachsen, wohnt nach einem längeren Aufenthalt in Paris, mit Mann und Hund in München und Berlin. Nach einem Sprachstudium arbeitete sie lange Zeit als Redakteurin, bevor sie sich ganz des Schreibens hingab. Sie hat ein großes Interesse an Geschichte, Geografie und Ost- und Südafrika.



Die Kunsthistorikerin Anna arbeitet in einem Münchener Auktionshaus und soll eine Expertise von einem berühmten Bild des Malers Leo Reichenstein anfertigen. Da sich einige Lücken im Lebenslauf des Gemäldes befinden, beginnt sie an der Echtheit des Bildes zu zweifeln. Sie beschließt mit der Galerie Richardson in London in Kontakt zu treten, da das Bild nachweislich von dort verkauft wurde. Ihre Recherchen bringen sie zu Oliver Richardson, ebenfalls Kunsthistoriker, seinem Großvater Sir Henry Richardson und in die Vergangenheit der Berliner Nachkriegszeit.

Das Buch teilt sich in viele kurze Kapitel und (hauptsächlich) zwei Zeiten. Nämlich 1946 und 2010. In 1946 befinden wir uns in Berlin - der Krieg ist frisch beendet und Amerikaner, Briten, Franzosen sowie Russen helfen der deutschen Bevölkerung langsam wieder ein geregeltes Leben zu führen. Mittelpunkt des Geschehens bilden mehrere Personen verschiedener Herkunft. Grete Brahm und ihre Nichte Fee, derer gute Freundin Brigitte, den britischen Besatzungsoffizier Henry, sein amerikanischer Kamerad Philip und die Texanerin Major Harris. Das Jahr 2010 teilt sich unter anderen auf die Städte München und London auf, wo wir im unbestimmten Wechsel Anna Falkenberg und Oliver Richardson begleiten.

Beim Lesen von Das Bild der Erinnerung wird schnell klar: Micaela Jary kann schreiben! Und das nicht nur gut, sondern filmreif! Besonders die Berliner Nachkriegszeit ist äußerst bildhaft beschrieben und ihr somit sehr gut gelungen. Micaela hat sie Stimmung wunderbar aufgegriffen, wodurch es einem fast so scheint, als wäre man selbst dabei gewesen. Hier zeigt sich ihr Talent für historische Romane. Vergleichsweise durchschnittlich erscheint dagegen die Gegenwart im Buch - nicht schlecht, aber auch nicht so herausragend wie 1946.


Die Story im Allgemeinen ist nicht spannend oder fesselnd, sondern einfach nur schön. Ich schloss einige Charaktere sofort ins Herz und es war sehr interessant zu sehen, wie ihre Wege zusammen oder auseinander führten. Manche Entwicklungen oder Schicksalsschläge sind unglaublich berührend.


Wer hier ein schnelles Abenteuer erwartet, wird schwer enttäuscht, denn man bekommt ein keines Kunstwerk.